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Zu(g)kunft bauen — Gruppengrösse

bausteine eines workshops facilitation podcast workshops Jun 05, 2026
Zu(g)kunft bauen  — Gruppengrösse

Die heilige Acht — Wie viele Leute passen in einen guten Workshop?

Es ist eine der häufigsten Fragen, die vor einem Workshop gestellt wird: Wie viele Personen können eigentlich teilnehmen?

Die kurze Antwort: acht. Die längere Antwort ist diese Episode.

 

 

Warum ausgerechnet acht?

Die Zahl kommt nicht aus einer Theorie. Sie kommt aus der Praxis des Storytellings. Pro Modell braucht eine Person etwa zwei Minuten, um ihre Geschichte zu erzählen. Mit acht Personen bist du bei einer halben Stunde, inklusive Rückfragen. Das ist die Grenze, bis zu der Menschen wirklich noch zuhören.

Ab neun, zehn, elf Personen dehnt sich diese Zeit aus. Die Geschichten ähneln sich nicht inhaltlich, aber sie bewegen sich im gleichen thematischen Raum. Und irgendwann merkt man: Die Gruppe hat sich erschöpft ohne dass alle wirklich gehört wurden.

 

 

Was bei grösseren Gruppen passiert

Teams von 12, 20 oder 80 Personen sind im Alltag die Regel. Die Lösung ist nicht, die Methode zu strecken, sondern die Gruppen zu teilen. Vier bis sechs Personen pro Tisch ist das Ziel. Nicht acht als Minimum, sondern vier als Ideal, sobald die Gesamtgruppe wächst.

Was dabei wichtig ist: Je grösser die Gesamtgruppe, desto bewusster muss die Zusammensetzung der Tische gewählt werden. Sitzen alle Fachleute zusammen oder wird interdisziplinär gemischt? Diese Entscheidung prägt, welche Erkenntnisse überhaupt entstehen können.

 

 

Tiefe oder Breite — ein Unterschied

Ein Team-Workshop mit acht Personen und ein Company-Event mit 400 Personen leisten nicht dasselbe. Das ist keine Kritik am Grossevent, sondern eine Einladung zur Klarheit.

Bei grossen Gruppen ist es schlicht nicht möglich, dass alle Erkenntnisse aller Tische in alle Köpfe gelangen. Was entsteht, ist ein gemeinsames Erleben — und das hat seinen eigenen Wert. Was nicht entsteht, ist die Tiefe eines echten Teamgesprächs, wo jede Stimme wirklich gehört wird.

 

 

Wenn deine Stimme nicht im System ist

Ein Gedanke aus der Episode, der hängen bleibt: Wer nicht baut, ist nicht im System. Das klingt simpel, hat aber Konsequenzen. In klassischen Meetings gibt es immer Personen, die schweigen — aus Vorsicht, aus Hierarchiebewusstsein, aus Erschöpfung. Im LEGO Serious Play Prozess entsteht durch das Bauen eine Stimme, auch ohne Wort. Das Modell spricht.

Und in kleineren Gruppen fällt es auf, wenn jemand nicht mitmacht. Das ist eine Einladung, die kaum abgelehnt wird.

 

 

Das Heftchen

Am Ende der Episode kommt eine einfache, aber wirkungsvolle Idee: das Heftchen. Teilnehmende dokumentieren ihre Essenzen, Massnahmen und ein Foto ihres Modells in einem persönlichen Heft. Das Modell selbst wird abgebaut, der Legostein wandert zurück in den Sack. Aber das Bild bleibt. Die Erkenntnisse bleiben. Etwas Eigenes, das mitgenommen wird.

Ein kleines Artefakt mit grosser Wirkung.

 

 

Fazit

Gruppengrösse ist keine Logistikfrage. Sie ist eine inhaltliche Entscheidung, die bestimmt, wie tief ein Workshop wirklich gehen kann.