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Podcast: Nähkästchen mit Chris

nähkästchen Mar 06, 2026
Podcast: Nähkästchen mit Chris

Die Zertifizierung ist abgeschlossen. Drei intensive Tage liegen hinter dir. Du hast Prozesse erlebt, Fragen gebaut, Modelle geteilt, Feedback erhalten und viel Material kennengelernt. Danach beginnt der nächste Schritt. 

In dieser Episode sprechen Flo und der zertifizierte LEGO Serious Play Facilitator Chris Bossert über die Zeit nach der Ausbildung und über eine zentrale Frage vieler neuer Facilitator:innen: Was bleibt von einer intensiven Zertifizierung und wie entsteht daraus die erste eigene Durchführung?

 

 

Viel Input und dann?

 

Nach einer Deep Play Ausbildung entsteht zunächst ein klarer Eindruck: Die Inhalte sind umfangreich und dicht.

Abläufe, Fragenlogiken, Material, Haltung, Musik, Flow, Zeitgefühl und Gruppendynamik greifen ineinander. Die Ausbildung bietet ein intensives Lernfeld. Gleichzeitig zeigt sich mit etwas Abstand, wie viel Wissen tatsächlich bleibt.

Dieser Effekt verstärkt sich durch weitere Beschäftigung mit der Methode.

Chris beschreibt es sehr treffend: Die Ausbildung bildet den Ausgangspunkt. Die eigentliche Verankerung entsteht durch erneutes Anschauen von Videos, durch Notizen, durch Beobachtung und durch Praxisnähe.

  

 

Community als Lernraum

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur eigenen Facilitation war für Chris die Community.

Kurz nach der Ausbildung suchte er gezielt Möglichkeiten, bei Formaten mitzuwirken. Der Einstieg erfolgte zunächst beobachtend und unterstützend. Dieses Volunteering erwies sich als wertvoller Lernraum.

Dort wird sichtbar, was zwischen den Zeilen passiert:

  • Wie organisiert sich ein halber oder ganzer Workshop-Tag?
  • Wie kommen Gruppen im Raum an?
  • Welche Dynamiken entstehen an verschiedenen Tischen?
  • Wie reagieren Teilnehmende in unterschiedlichen Kontexten?
  • Wie unterschiedlich gestaltet sich Facilitation trotz gleicher Methode?

 

Diese Vielfalt erweitert das eigene Verständnis. Der Blick richtet sich auf Prozess, Stil, Rhythmus und Entscheidungen im Raum. 

 

 

Shadowing als Refresher

 

Ein weiterer Schritt bestand darin, den dritten Ausbildungstag nochmals zu erleben – diesmal in beobachtender Rolle.

Beim ersten Durchlauf steht die eigene Facilitation im Fokus. Man führt durch den Prozess, erhält Feedback und arbeitet aktiv mit der Gruppe. Beim zweiten Erleben öffnet sich ein anderer Blickwinkel.

Feinheiten im Ablauf werden sichtbar. Feedback gewinnt an Tiefe. Details wie Musikstücke, Übergänge oder Formulierungen prägen sich ein. Dieses erneute Erleben stärkt Sicherheit durch Erfahrung und Wiederholung.

 

 

Gute Fragen entstehen bewusst

Ein besonders wichtiger Teil der Episode dreht sich um die vier Fragen im Deep Play.

Die Formulierung dieser Fragen trägt den gesamten Prozess. Jede Frage folgt einer klaren Dramaturgie. Der Einstieg eröffnet ein breites Feld. Mit jeder Runde entsteht mehr Fokus. Diese Struktur unterstützt die Gruppe dabei, schrittweise zu tieferen Einsichten zu gelangen.

Auch sprachliche Perspektiven spielen eine Rolle. Die Entscheidung zwischen Ich-Perspektive und Wir-Perspektivebeeinflusst die Dynamik der Antworten. Eine klare Linie schafft Orientierung und unterstützt den Prozess.

 

 

Der erste eigene Workshop

Schliesslich kommt der Moment der ersten eigenen Durchführung.

Chris berichtet von seinem ersten Deep Play Workshop: ein Halbtagesformat mit viereinhalb Stunden Dauer und acht Teilnehmenden. Eine zusätzliche Dynamik entstand durch die Anwesenheit eines übergeordneten Vorgesetzten im Raum.

Solche Konstellationen bringen Spannung und Aufmerksamkeit mit sich. Die Struktur der Methode unterstützt hier eine ausgewogene Beteiligung.

Jede Person baut ein Modell und erzählt dessen Bedeutung. Diese Struktur schafft Raum für alle Stimmen im Team. Menschen mit zurückhaltender Präsenz bringen ihre Perspektive ein. Menschen mit hoher Präsenz erleben eine natürliche Balance im Gespräch.

Diese Dynamik wurde im Anschluss vom Team selbst beschrieben.

 

 

Vertrauen wächst durch Praxis

Ein zentrales Learning dieser Episode lautet: Erfahrung entsteht durch Anwendung. Vorbereitung, Beobachtung und Community bilden eine starke Grundlage. Die eigene Durchführung bringt zusätzliche Klarheit.

Chris beschreibt ein wichtiges Vertrauen:

  • Vertrauen in die Methode.
  • Vertrauen in den Prozess.
  • Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Jede Person bringt bereits Erfahrungen aus anderen Kontexten mit – Organisation, Präsenz, Kommunikation oder Gruppenarbeit. Diese Kompetenzen tragen auch in der Facilitation.

 

 

Vorbesprechung und Nachbereitung

Die Arbeit beginnt bereits vor dem Workshop und setzt sich danach fort.

In der Vorbesprechung werden Themen geklärt, Fragen geschärft und Erwartungen abgestimmt. Nach dem Workshop folgt die Reflexion und die Dokumentation der Ergebnisse.

Ein weiteres Learning zeigt sich hier: Klar strukturierte Dokumente schaffen häufig ausreichend Orientierung für die nächsten Schritte.

 

 

Was Teams erwarten

Ein Satz aus der Episode bleibt besonders präsent: „Wir wollen aus dem Workshop konkrete Schritte ableiten.“

Teams wünschen sich Orientierung, Klarheit und nächste Schritte. Der Workshop bildet einen Ausgangspunkt für gemeinsame Weiterentwicklung.

 

 

Fazit

 

Diese Episode gibt einen authentischen Einblick in den Weg von der Ausbildung zur eigenen Facilitation. 

Sie zeigt:

  • Ausbildung wirkt durch Praxis
  • Community beschleunigt Lernen
  • Gute Fragen tragen Prozesse
  • Der erste Workshop stärkt Vertrauen
  • Erfahrung entsteht durch Anwendung

 

Facilitation entwickelt sich Schritt für Schritt. Praxis, Reflexion und Offenheit begleiten diesen Weg.

 

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