Gleich viel Raum für alle
Feb 24, 2026
Haben wir wirklich alle gehört?
Du kennst diese Meetings. Drei Personen reden viel, argumentieren überzeugend und setzen den Ton. Der Rest hört zu, nickt zustimmend oder wartet auf eine passende Gelegenheit, die oft nicht kommt. Gegen Ende stellt jemand die scheinbar inklusive Frage: „Haben wir jetzt eigentlich alle gehört?“ Die ehrliche Antwort lautet in vielen Fällen: nein.
Nicht, weil Menschen nichts beitragen wollten. Sondern weil klassische Gesprächsformate strukturell bestimmte Denk- und Ausdrucksweisen bevorzugen.
Das strukturelle Problem klassischer Meetings
In herkömmlichen Meetings bekommen vor allem jene Raum, die schnell formulieren können, rhetorisch stark sind oder hierarchisch höher stehen. Wer reflektiert, visuell denkt oder erst beim Tun zu Klarheit findet, bleibt häufig unterrepräsentiert. Organisationen sprechen viel über Beteiligung, doch das Format des Gesprächs entscheidet darüber, wer tatsächlich beteiligt ist.
Gespräche sind nie neutral. Sie begünstigen bestimmte Persönlichkeits- und Denktypen. Genau hier entsteht ein systemisches Ungleichgewicht.
Warum Reden nicht gleich Denken ist
Sprache ist schnell, Gedanken sind komplex. Wer spricht, filtert bereits. Wer laut ist, setzt Themen. Wer zögert, verliert Raum. Viele gute Gedanken entstehen jedoch nicht im schnellen Wort, sondern im Prozess des Machens.
LEGO Serious Play verlagert den Schwerpunkt vom Reden zum Bauen. Bevor argumentiert wird, entsteht ein Modell. Bevor Meinungen aufeinandertreffen, wird Bedeutung konstruiert. Das Denken beginnt in den Händen, noch bevor der Kopf zensiert oder vereinfacht.
Gleichzeitige Beteiligung statt dominanter Stimmen
Der entscheidende Unterschied liegt in der Gleichzeitigkeit. In klassischen Meetings sprechen meist wenige nacheinander. In einem LEGO Serious Play Prozess denken und bauen alle parallel. Jede Person baut eine Antwort auf die gestellte Frage, jede Person teilt die Geschichte hinter dem Modell, und jede Perspektive wird sichtbar und hörbar.
Nicht die Lautstärke bestimmt die Aufmerksamkeit, sondern das Modell. Nicht die Position entscheidet über Gewicht, sondern die Bedeutung, die im gebauten Bild steckt. Metaphern ermöglichen es zudem, komplexe Zusammenhänge greifbar zu machen, ohne sie vorschnell zu vereinfachen.
Warum die Methode kontextunabhängig funktioniert
Seit Jahren wird die Methode in unterschiedlichsten Kontexten eingesetzt: in Geschäftsleitungen, in Lehrlingsgruppen, in neu formierten Teams ebenso wie in langjährigen Führungsgremien. Sie bewährt sich in Strategieprozessen, in Kulturentwicklungen, bei Innovationsfragen oder in Veränderungssituationen.
Der Grund dafür ist einfach: Menschen denken unterschiedlich schnell, unterschiedlich laut und unterschiedlich mutig. LEGO Serious Play schafft ein strukturiertes Format, in dem diese Unterschiede als Ressource genutzt werden.
Beteiligung schafft Verantwortung
Was jemand selbst gebaut und erklärt hat, besitzt eine andere Verbindlichkeit als eine flüchtig geäusserte Meinung. Was gemeinsam weiterentwickelt wurde, wird stärker getragen. Beteiligung führt so zu Ownership, und Ownership erhöht die Umsetzungswahrscheinlichkeit.
Die Methode ist ein klar geführter Prozess mit definierten Phasen: eine präzise formulierte Herausforderung, individuelles Bauen, Teilen der Modelle, reflektierender Dialog und – je nach Zielsetzung – das Verbinden der Modelle zu einem gemeinsamen System oder das Durchspielen von Szenarien.
Gespräche, die tragen
Gespräche verändern sich durch diesen Ansatz grundlegend. Sie werden fokussierter, systemischer und ehrlicher. Komplexität bleibt sichtbar, statt in schnellen Schlagworten zu verschwinden. Und die eingangs gestellte Frage erhält eine neue Antwort: Ja, alle wurden gehört und in ihrer Perspektive verstanden.
Gute Gespräche entstehen nicht zufällig. Sie sind das Ergebnis eines bewusst gestalteten Rahmens. LEGO Serious Play bietet einen solchen Rahmen, damit am Ende nicht mehr gefragt werden muss, ob wirklich alle gehört wurden.
Termine März 2026
Deep Play
11. bis 13. März in Zürich. Drei Tage eintauchen in Co-Creation: gemeinsame Bilder bauen, Szenarien simulieren, Massnahmen greifbar machen. Du facilitierst selber, bekommst Feedback und gehst mit der voller Befähigung und Zertifizierung raus.
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Daily Play
20. März in Zürich. Ein Tag, 56 Steine, ready as fkcu, zertifiziert. Du lernst, wie du die Methode im Alltag einsetzt: für Selbstreflexion, Coachings, Teamgespräche, Konflikte oder Zukunftsfragen.
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